Biografie

Meine Biografie

Qualität. Leidenschaft. Gastfreundschaft. Dieser drei Wörter hören und lesen wir ständig, wenn es um Gastronomie geht. Auf Restaurantflyer, von Köchen, die Tiefkühlprodukte benutzen und jetzt sogar in den Werbespots von berühmten Fast Food Ketten. Sie werden so oft benutzt, dass der wahre Sinn, die Substanz, die diese beinhalten, verloren gehen. 
Ich reise kulinarisch viel und leider waren diese drei Wörter oft nur Wörter. Eine Hülle gefüllt mit Leere. Deshalb möchte ich für meine Küche und Art und Weise, wie ich mit meinen Gästen umgehe, nicht mehr diese Bezeichnungen benutzen. Der Respekt für Produkt und Gast kommt von meiner Lebensgeschichte, meiner Kindheit hervor. 
Wir lebten mal in Würzburg mal in Rosarno, ein nicht so schönes Dorf mit dafür um so schöneren Seelen als Bewohner. Wir hatten wenig Geld und so wurde alles vom Produkt benutzt und nichts weggeschmissen. Das ist bis heute noch das oberste Gesetz meiner Mutter Teresuzza, gebürtige Kalabresin. Aber auch das Wohlbefinden der Gäste und Besucher im Haus war und ist höchste Priorität. Mein Vater Francesco, gebürtiger Sizilianer aus Giardini Naxos, ist der Meister darin. Wenn er Nachbarn, Bekannte und Freunde auf der Straße sah, nutzte er die Gelegenheit aus sie zu einem Café einzuladen.
Mit zwölf, wieder mal in Würzburg, lernte ich den Pizzateig zu kneten (Beziehungsweise wurde ich gezwungen). Mein Bruder Pino bestand darauf, dass ich den besten Teig mit meinen Händen knete, obwohl ich viel lieber draußen mit den andren Kindern spielen wollte. 
Sicher hat mir das später viel geholfen, wobei ich in meiner nächsten Etappe in Italien erstmal Kellner war und noch nicht Pizzabäcker. Hier arbeitete ich mich auf Hochzeiten, Hotels und bei einem Sarden durch, bei dem ich fünf Jahre lang blieb. Mit 20 heiratetet ich meine wundervolle Teresa und die Wege mit meinem Bruder Pino kreuzten sich wieder in Deutschland, in der „La Fermata“. 
Nachdem auch noch meine Tochter Giorgia gebar, wuchs die Sehnsucht meine Familie unabhängig und selbstständig zu ernähren und so entstand mein erstes Restaurant: „Sale e Pepe“. Salz und Pfeffer. Der Name sollte meinen Kochstil verkörpern. Rustikal, einfach, traditionell italienisch. Meine Schwiegereltern Ciccio und Rosa bestärkten mit Ihrer Hilfe diesen Stil noch mehr. Die Gaststätte am Heuchelhof lief gut. Sehr gut sogar. 
Doch langsam spürte ich das Verlangen nach neuen Erfahrungen. Und vielleicht auch nach etwas mehr Wärme und Sonne. Also wanderten wir mit unsern jungen 26 Jahren nach Spanien aus. Dort arbeitete ich für Sterneköche und das Leben…das Leben war schön. Dennoch wollte ich meiner fünfjährigen Tochter und meiner Frau mehr Sicherheit schenken. Und nach nur einem Jahr Erfahrungen Sammeln und Sonne Tanken, ging es wieder zurück nach Deutschland. 
Genauer gesagt in die Lehmgrube. Das erste Gambero Rosso entstand. Und das leitete auch andere „erste Male“ ein. Ich war der erste Italiener in Würzburg, der die Pizza abschaffte (obwohl sie bei mir sehr beliebt war), um mich auf meine ganz persönliche Küche zu konzentrieren. Und ich war auch der erste Gastronom, der das Rauchen verbat, bevor überhaupt das Raucherverbot gestellt wurde. Somit verlor ich einige Gäste, aber gewann noch mehrere dazu. Dort lernte ich immer mehr Wert auf die Basis der Mediterranen Küche zu legen. Dort setzte sich mein Kochstil fest. Dort erkannte ich, dass das frühere „Essen für arme Leute“ das heutige „Luxus“ ist. Denn eine Tropea Zwiebel aus Kalabrien oder eine sizilianische Tomate aus Pachino, die man in Italien fast geschenkt bekommt, sind hier in Deutschland kleine Juwelen.
Nun bin ich schon seit 2012 mit meiner Frau Teresa und meinen zwei Töchtern Giorgia und Cecilia hier in Eibelstadt und möchte in meinen Tellern und vier Wänden alles vermitteln was ich in meinen vielen Jahren in der Gastronomiewelt und in meinem Leben gelernt habe. 
Qualität, Leidenschaft und Gastfreundschaft nur eben auf Domenicos Art.